ADHS ist eine neurologische Entwicklungsstörung, die sich durch verschiedene, oft belastende Symptome bemerkbar macht:


ADHS zählt zu den häufigsten psychischen Störungen im Kindesalter. In Deutschland zeigen rund zwei bis sechs Prozent aller Kinder entsprechende Symptome. Was viele überrascht: Bei etwa der Hälfte der Betroffenen bleibt ADHS auch im Erwachsenenalter bestehen. Schätzungen gehen davon aus, dass etwa drei Prozent der erwachsenen Bevölkerung betroffen sind – oft ohne es zu wissen.
Im Berufsleben wie auch privat kann ADHS zu erheblichen Belastungen führen. Gleichzeitig berichten viele Erwachsene mit ADHS, dass Cannabis ihnen hilft, Symptome wie innere Unruhe oder Konzentrationsprobleme besser zu bewältigen.
Obwohl die Begriffe ADHS und ADS häufig synonym genutzt werden, beschreiben sie unterschiedliche Ausprägungen derselben Störung. Beide Formen beginnen meist im Kindesalter und können mit Konzentrationsproblemen, Vergesslichkeit oder Stimmungsschwankungen einhergehen.
Der wesentliche Unterschied liegt in der Hyperaktivität:
ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung)
Zusätzlich zur Unaufmerksamkeit treten Hyperaktivität, starker Bewegungsdrang und Impulsivität auf. Betroffene wirken oft rastlos, zappelig und haben Schwierigkeiten, sich zu entspannen oder längere Zeit ruhig zu sitzen.
ADS (Aufmerksamkeitsdefizitstörung)
ADS beschreibt die Variante ohne Hyperaktivität. Menschen mit ADS erscheinen häufig ruhig, verträumt und reagieren langsamer. Sie haben jedoch Schwierigkeiten, ihre Aufmerksamkeit dauerhaft zu halten.
Die Übergänge zwischen den beiden Formen können fließend sein. Oft hängt es eher von der Ausprägung einzelner Symptome als von zwei vollkommen getrennten Krankheitsbildern ab. Entscheidend ist eine genaue Diagnose, um die passende Behandlung zu finden. In beiden Fällen können therapeutische Ansätze dazu beitragen, den Alltag zu strukturieren und die Lebensqualität deutlich zu verbessern.

Die Therapie von ADHS wird immer individuell abgestimmt und richtet sich nach Art und Ausprägung der Symptome. Zu den gängigen Behandlungsansätzen gehören:
Allerdings sprechen nicht alle Patient:innen gut auf die üblichen Ansätze an oder reagieren empfindlich auf Nebenwirkungen. In solchen Fällen kann medizinisches Cannabis als ergänzende ADHS-Therapie infrage kommen. Immer mehr Menschen berichten, dass Cannabis Symptome wie Hyperaktivität, Impulsivität und Konzentrationsschwierigkeiten abschwächen kann.
Hinweis: Wenn herkömmliche Medikamente nicht gut wirken, kann ein Arzt prüfen, ob Cannabis eine geeignete Alternative darstellt. Auch online ist heute die Beantragung eines ADHS-Cannabisrezepts möglich.
Die Wirkung von Cannabis auf ADHS ist komplex, da sowohl THC als auch CBD unterschiedlich auf das Nervensystem und damit auf einzelne Menschen einwirken können.
Ein spannender Forschungsansatz beschäftigt sich mit dem Zusammenhang zwischen Cannabis und der Dopaminregulation. Da ADHS oft mit Veränderungen im Dopaminsystem einhergeht, könnte Cannabis die Freisetzung modulieren und somit das Belohnungssystem stabilisieren.
Auch der Einfluss auf das Serotonin-System wird untersucht, da Cannabinoide potenziell stimmungsregulierend wirken können.
Welche Cannabissorte bei ADHS sinnvoll ist, hängt immer vom einzelnen Fall ab:
Welche Sorte und Dosierung für dich am besten passt, entscheidet ein erfahrener ADHS-Cannabis-Arzt. Eine Übersicht findest du in unserem Cannabis Ärzt:innen-Verzeichnis.
Die bisherige Studienlage zu Cannabis bei ADHS ist noch begrenzt, liefert jedoch interessante Hinweise. Einige Arbeiten deuten darauf hin, dass medizinisches Cannabis Symptome wie Unaufmerksamkeit, Reizüberflutung und Hyperaktivität positiv beeinflussen könnte.
Ein Überblick über aktuelle Studien:
Derzeit gilt: Erste Ergebnisse sind vielversprechend, reichen aber nicht aus, um Cannabis allgemein zu empfehlen. Entscheidend ist eine ärztlich begleitete Therapie, besonders wenn klassische Behandlungen nicht ausreichend wirken oder starke Nebenwirkungen auftreten.
Cannabis kann im Einzelfall eine wertvolle Ergänzung sein – die wissenschaftliche Evidenz entwickelt sich jedoch noch weiter.
Neben der Forschung berichten viele Erwachsene mit ADHS über ihre positiven persönlichen Erfahrungen. Häufige Rückmeldungen:
Wichtig ist jedoch: Die Wirkung ist von Person zu Person sehr verschieden. Manche profitieren deutlich, während andere kaum eine Veränderung spüren. Deshalb sollte die Therapie immer ärztlich begleitet werden.
Viele Betroffene berichten, dass medizinisches Cannabis ihnen hilft, typische ADHS-Herausforderungen besser zu meistern. Häufig genannte Vorteile sind:
Diese positiven Rückmeldungen decken sich mit ersten Studien, die auf positive Effekte bei Aufmerksamkeits- und Impulskontrolle hinweisen. Einige Patient:innen empfinden Cannabis sogar als hilfreicher als klassische Medikamente – besonders dann, wenn diese nicht ausreichend wirken oder starke Nebenwirkungen verursachen.

